Transition Town Initiative Mönchengladbach

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March against Monsanto - Auf die Straße gegen Monsanto
Demonstration in Düsseldorf am 25. Mai 2013

Walter Jost 25.05.2013

March against Monsanto In 52 Ländern auf fünf Kontinenten hat am Samstag, 25. Mai 2013, der "March against Monsanto" stattgefunden. In Städten von Abeokuta (Nigeria) bis Zürich (Schweiz) sind bei 436 Aktionen Menschen gegen die Machenschaften des Gentechnik-Konzern Monsanto auf die Straße gegangen.

Ursprünglich in Nordamerika von der Aktivistin Tami Monroe Canal und Aktiven aus der ökologischen Szene und dem Occupy-Umfeld initiiert, ist der "March against Monsanto" schnell zu einer weltweiten internationalen Protestbewegung geworden.

Dabei ist der Funke auch in unsere Region übergesprungen. In der Landeshauptstadt hat Olivia Tawiah den Anstoß zur Aktion "Auf die Straße gegen Monsanto" gegeben. Gemeinsam mit Demonstrationsleiterin Ina Bentner und vielen anderen hat sie dafür gesorgt, dass die Düsseldorfer "Kö" zum Schauplatz des Protestes werden konnte.

Geholfen hat dabei die Einrichtung einer Facebook-Gruppe. Am 9. Mai gegründet, standen für die Vorbereitungen zur Demonstration gerade mal zwei Wochen zur Verfügung. Engagement und Kreativität aller Beteiligten haben dafür gesorgt, dass in kurzer Zeit eine erfolgreiche Aktion möglich wurde.

Ab 13 Uhr sammelten sich am 25. Mai nach und nach die Demonstrantinnen vor dem DGB-Haus auf der Friedrich-Ebert-Straße. Dazu gehörte auch Bio-Bauer Henner Hannen vom Lammertzhof in Kaarst, der mit seinem Trecker den Demonstrationszug anführte. Mit dabei der "blaue Truck", der als rollende Disco und Redetribüne diente. Ina und Olivia hielten zum Auftakt der Demonstration kurze Ansprachen. Um 14 Uhr setzte der Zug sich dann in Bewegung. Den Zugschluss bildete der silberne Protestbus von Willi Wutz aus Frankfurt.

Bei der Vorbereitung der Aktion hat das regionale Netzwerk der Transition Town-Initiativen wesentlich mitgewirkt. Die Stadtwandlerinnen folgen gerne dem Grundsatz, dass "Transition sich eher anfühlt wie eine Party als wie ein Protestmarsch". Das war auch bei dieser Demonstration zu sehen.

Der "blaue Truck" sorgte musikalisch dafür, dass der engagierte Protest mit guter Laune verbunden war. Seed war oft zu hören, das passt ja. Hannes Wader wurde auch mal eingespielt. Viele Teilnehmer waren kostümiert. Es gab Imker, Bienen, Erdbeeren, Clowns, Möhrchen und mehr. Auch die Biene der Transition Town Initiative Mönchengladbach war wieder auf der Piste. Alles in allem ein bunter Anblick.

Bunt ging es allerdings auch sonst auf den Straßen zu. Am 25. Mai hat in Düsseldorf gleichzeitig der Japan-Tag stattgefunden. Dabei waren Massen junger Leute in Cosplay-Kostümen unterwegs. Cosplay ist ein japanischer Verkleidungstrend, bei dem die Teilnehmer einen Charakter - aus Manga, Anime, Computerspiel oder Film - durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu darstellen. Die Demonstration war dadurch etwas weniger auffällig als unter "normalen" Bedingungen. Die Cosplayer hätten aber alle gut in den Demozug gepasst, und einige haben auch daran teilgenommen.

Veranstalter und Polizei haben übereinstimmend 500 Teilnehmerinnen der Demonstration gezählt. Nun wohnen in der Metropolregion Rhein-Ruhr über 10 Millionen Menschen, auf jedem Quadratkilometer gibt es mit im Schnitt 1 422 Einwohnern einige Leute mehr als am Samstag Demonstrantinnen in Düsseldorf. Ist das nicht ein beruhigendes Signal für Monsanto - die Mehrheit hat nichts gegen den Konzern?

Dieser Blickwinkel täuscht. Wer nicht bei der Demonstration war, lehnt deshalb nicht automatisch die Positionen der Gentechnik-Gegnerinnen ab. Viele sind nicht informiert, manchen ist der Name Monsanto schlicht unbekannt. Dann fehlten die "etablierten" politischen Gruppierungen bei dieser Aktion nahezu völlig. Die Vorbereitung war von Anhängern der Transition Town-Idee geleistet worden, vernetzt mit der Occupy-Bewegung und mit Überschneidungen zum Netzwerk Grundeinkommen und anderen. Grüne, Linke und Piraten waren vereinzelt bei der Demonstration dabei, ihre Organisationen aber schlicht apathisch. Gleiches gilt für Umweltschutzorganisationen wie BUND und Nabu. Bei der Mobilisierung engagiert waren also ausschließlich junge und unorthodoxe Bewegungen.

Die Demonstration schloss am Graf-Adolf-Platz ab. Hier wurden bei einem Markt der Ideen an mehreren Pavillons Informationen angeboten, aber auch Saatpflanzen. Eine Saatgutbörse gab es ebenfalls und am Stand vom Lammertzhof kostenlose Salatköpfe. Auch die Initiative Gentechnikfreie Region Kreis Heinsberg und Umgebung war mit einem Stand vertreten.

Aus Mönchengladbach waren mehr als 20 Aktive zur Demonstration nach Düsseldorf angereist. Neben der Transition Town Initiative Mönchengladbach hatte sich die Bürgeraktion Umweltschutz Mönchengladbach (BAUM) als Gruppe beteiligt, von Grünen und Linken waren einzelne Mitglieder dabei, ebenso von Waldhaus 12. Auch Aktive von "41352 Einfach besser leben" aus Korschenbroich und "Westen im Wandel" aus dem Kreis Heinsberg waren auf dem Graf-Adolf-Platz anzutreffen. Die Krefelderinnen haben einen Infostand in der eigenen Stadt organisiert, getragen von Transition Town Krefeld, BGE Krefeld und Private Health Krefeld.

Getragen wurde die Aktion vom Spektrum der Stadtgärtner und der Bauern neuen Stils, der postfordistischen Öko-Libertären und Bankenblockierer, der Bantam-Maispflanzer und Saatgutbörsianer. Hier waren sie gemeinsam auf der Straße. Die Demonstration bildet nicht den Schlusspunkt des Kampfes gegen Monsanto und für Saatgutfreiheit, sondern war ein vielversprechender Auftakt für weitere Aktivitäten. Denen kann sich jede(r) anschließen. Gleichgesinnte findet man im Zweifel im nächstgelegenen Bürgergarten.

Links zu weiteren Informationen im Internet:

Zentrale Kampagnen-Seite

Weltweiter Protest gegen Saatguthersteller (ZDF heute 26.05.2013)

Fotoalbum bei Facebook

Auch aus Mönchengladbach haben mehr als 20 Aktive an der Demonstration in Düsseldorf teilgenommen.

(Bild: Walter Jost)

Die Demonstrantinnen sammeln sich vor dem DGB-Haus auf der Friedrich-Ebert-Straße. In der Mitte sieht man die Biene der Transition Town Initiative Mönchengladbach.

(Bild: Walter Jost)

Der Trecker von Bauer Heiner Hannen vom Lammertzhof in Kaarst, der auch die Demonstration anführte

(Bild: Walter Jost)

Links der "blaue Truck", rollende Disco und Rednertribüne, rechts der silberne Protestbus von Willi Wutz aus Frankfurt

(Bild: Walter Jost)

Begrüßung der Demonstrantinnen durch Ina Bentner ...

(Bild: Walter Jost)

... und Olivia Tawiah

(Bild: Walter Jost)

Düsseldorf und Mönchengladbach - eng beieinander: Tiefenökologe Helmuth, Ina, Organisationsbiene Walter, Tobias, Olivia und Si Mone von der Vega

(Bild: Marietta Mnich)

Blick auf den Demonstrationszug in der Friedrich-Ebert-Straße

(Bild: Walter Jost)

Die Bürgeraktion Umweltschutz Mönchengladbach (BAUM) mit eigenem Transparent im Zug

(Bild: Walter Jost)

Blick in den Demonstrationszug

(Bild: Walter Jost)

Gute Idee: Ein rollendes Hochbeet

(Bild: Walter Jost)

Sit-in auf der Kö ...

(Bild: Walter Jost)

... und auf der Brücke über den Kögraben

(Bild: Walter Jost)

Nanu, Fidel Castro bei der Demo?

(Bild: Walter Jost)

Der Demonstrationszug trifft am Graf-Adolf-Platz ein

(Bild: Walter Jost)

Pavillon der Initiative Gentechnikfreie Region Kreis Heinsberg und Umgebung

(Bild: Walter Jost)

Relaxen nach dem Demonstrationsmarsch

(Bild: Walter Jost)

Bauer Heiner Hannen gegen Gentechnik und Saatgutrestriktionen

(Bild: Walter Jost)

Musikalische Einlage von Ex-Punkerin Olivia Tawiah mit Klarinettenbegleitung

(Bild: Walter Jost)

     


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